Der Verfassungsgreichtshof hat das schriftliche Erkenntnis zur Aufhebung des 2. Wahlgangs der Bundespräsidentenwahl veröffentlicht.

Im Zuge der Aufhebung gab und gibt es Diskussionen über mögliche und plausible Unterschiede der Ergebnisse einzelner Kandidaten bei den Urnenwahlstimmen und bei den Briefwahlstimmen.

Die folgenden Grafiken zeigen diese Unterschiede in verschiedenen Darstellungsformen.

Jeder Punkt repräsentiert einen politischen Bezirk.

Wir verwenden zwei verschiedene Grafiktypen:

Um einen Eindruck davon zu erhalten, wie diese Abweichung typischerweise aussehen, gibt es die Grafiken auch für Parteien bei der Nationaratswahl 2013 und der EU-Wahl 2014, und zwar für alle Parteien, die bei beiden Wahlen Mandate erzielt haben.

Der Verfassungsgerichtshof sieht grobe Verletzungen der Regelungen zur Zählung der Wahlkarten in 11 Bezirken.

Es handelt sich um die Bezirke

Innsbruck-Land, Südoststeiermark, Villach (Stadt), Villach-Land, Schwaz Wien-Umgebung, Hermagor, Wolfsberg, Freistadt, Graz-Umgebung und Leibnitz

Diese Bezirke erscheinen in unseren Grafiken als rote Punkte.

Die roten Punkte passen ins Muster der übrigen Punkte.

Wären die Wahlkartenergebnisse in diesen Bezirken zugunsten Van der Bellens manipuliert worden, dann lägen die roten Punkte sichtbar über der Wolke der grünen Punkte.

Die Grafiken zeigen auch ganz deutlich, dass Hofer dann vorne liegen könnte, wenn er in den beanstandeten Bezirken beim Urnenergebnis und beim Wahlkartenergebnis etwa gleich gut abgeschnitten hätte. Dann wären die Ergebnisse in diesen Bezirken systematisch anders als in allen anderen Bezirken.

Aus statistischer Sicht gibt es also keine Hinweise darauf, dass die Unterschiede zwischen Urnenwahlergebnis und Wahlkartenergebnis in den angefochtenen Bezirken ein anderes Muster aufweisen als die entsprechenden Unterschiede in den restlichen Bezirken.

Noch einen weiteren Effekt untersuchen wir. Eine „traditionelle Weisheit“ über Wahlen besagt, dass traditionell die ÖVP und die Grünen bei den Wahlkartenstimmen deutlich besser und SPÖ und FPÖ deutlich schlechter abschneiden als bei den Urnenstimmen.

Das hat sich aber ab der EUW 2009 geändert.

Wir verwenden für diese Untersuchung die Ergebnisse der letzt 4 bundesweiten Wahlen, bei der diese Parteien angetreten sind.

Vergleich Anteile an gültigen Stimmen Urnenwahl - Briefwahl

Hofer

Van der Bellen

Präsidentenwahl 1. WG